Atomkraftwerke, auch Kernkraftwerke genannt, erzeugen Strom durch kontrollierte Spaltung von Atomen. Diese kontrollierte Art der Kernspaltung nennt man auch Fission. Durch die Spaltung der Atome entsteht Bewegung, diese wird abgebremst. Dadurch entsteht Wärme. Diese Wärme wird dazu benutzt, um Wasserdampf zu erzeugen. Dieser wiederum treibt eine Turbine an, die den Strom erzeugt. Große Atomkraftwerke verfügen über mehrere sogenannte Blöcke. Jeder Block ist ein Kraftwerk für sich. Diese arbeiten unabhängig voneinander. Weltweit sind derzeit ungefähr 210 Atomkraftwerke am Netz, insgesamt verfügen diese über 442 Blöcke. Sie decken ca. 13 % des Strombedarfs der Welt. Geprägt wurde der Begriff Atomkraft bzw. Atomenergie von dem Physiker Hans Geitel im Jahr 1899.
Das erste Atomkraftwerk ging 1954 ans Netz. Standort war die russische Stadt Obninsk. Mit seiner Leistung von 5 Mega Watt war es relativ schwach. Das lag daran, dass man zu dieser Zeit Siedewasserreaktoren verwendet hat. Erst als später die Druckwasserreaktoren eingesetzt wurden, konnte die Leistung der Atomkraftwerke erhöht werden. In Deutschland wurde im Jahr 1955 das Bundesministerium für Atomfragen gegründet. Es wurde 2 Mal umbenannt, seit 1962 heißt es Bundesministerium für wissenschaftliche Forschung. Umgangssprachlich wurde der Vorsteher des Ministeriums als Atomminister bezeichnet. Das erste Atomkraftwerk in Deutschland wurde am 13. November 1960 in Betrieb genommen. Es verfügte über einen Siedwasserreaktor. Standort dieses Kraftwerks war Kahl. Es folgte ein Forschungsreaktor in Karlsruhe und ein Kraftwerk in Rheinsberg. Die Leistung der Atomkraftwerke wurde, dank ständiger Forschung immer höher.
Das Kraftwerk, das 1968 in Obrigheim (Baden – Württemberg) eröffnet wurde, brachte eine Leistung von über 350 Mega Watt. Ein Stromausfall in einem Kernkraftwerk kann verheerende Folgen haben. Daher verfügen alle dieser Kraftwerke über ein Notstromaggregat. Dieses wird mit Diesel betrieben und wird dann eingeschaltet, wenn der Strom ausgefallen ist. Ein Kernkraftwerk belastet durch seinen geringen CO2 Ausstoß die Umwelt weit weniger, als ein Kohlekraftwerk.